Bohren in Beton und Stein – was ist zu beachten?

Berlan BohrmaschinenImmer wieder kann es vorkommen, dass Sie durch Stein oder Beton bohren müssen. In diesem Fall kommen normale Akkuschrauber oder Bohrmaschinen aber oft an ihre Grenzen. Damit Sie allerdings dennoch problemlos durch Stein oder Beton bohren können, müssen einige Punkte beachtet werden. Das Bohren durch Beton und Stein erfordert eine gute Vorbereitung, eine saubere Durchführung und eine korrekte Nachbearbeitung. Im folgenden Ratgeber sehen Sie Schritt für Schritt, was Sie machen können und müssen.

Schritt 1 – die Bohrmaschine wählen

Bohren in Beton und Stein – was ist zu beachten?

worker in construction site

Bevor Sie sich überhaupt an die Beton- oder Steinwand begeben, sollten Sie die passende Bohrmaschine wählen. Wenn Sie eine Bohrmaschine kaufen, dann müssen Sie immer darauf achten, dass Sie für Stein und Beton eine Bohrmaschine mit Schlag benötigen. Der Schlag sorgt dafür, dass sich der Bohrer in das Material drückt. Wäre kein Schlag vorhanden, würde bei einer normalen Bohrmaschine nichts passieren. Der Bohrer würde sich über die Oberfläche drehen, würde aber nicht ins Innere dringen. Sie benötigen entweder eine Schlagbohrmaschine oder einen Bohrhammer. Letzteres ist die stärkere Variante.

Eine Schlagbohrmaschine hingegen gilt als Kombi-Gerät. Sie kann sowohl für normale Bohrungen, als auch für Bohrungen durch Stein genutzt werden. Der Schlag lässt sich in diesem Fall jederzeit ein- und ausschalten. Bei einem Bohrhammer ist das nicht möglich. Hier ist der Schlag immer aktiviert. Im Austausch dafür ist der Bohrhammer aber wesentlich stärker und dringt oft einfacher durch Stein und Beton.

Schritt  2 – den Bohrer wählen

Eine Bohrmaschine bringt Ihnen nichts, wenn Sie nicht auch den passenden Bohrer besitzen. Wie die Namen bereits vermuten lassen, benötigen Sie für Stein und Beton einen Stein- oder Betonbohrer. Ob Sie einen Steinbohrer oder Betonbohrer benötigen, zeigt Ihnen oft nur ein persönlicher Test.

Zum Vergleich: Ein Steinbohrer ist meist etwas schwächer als ein Betonbohrer, greift das Material aber auch nicht so stark an. Wenn Sie bei einer Kalksteinwand einen Betonbohrer nutzen würden, könnte der Bohrer das Material unnötig zerstören. Ein Steinbohrer bei einer Betonwand könnte aber dazu führen, dass der Bohrer zerstört wird. Er würde überhitzen und das Material unbrauchbar machen.

Sollten Sie also einen Stein- oder Betonbohrer wählen wollen, müssen Sie einen kleinen Test machen. Bohren Sie – egal mit welchem Bohrer – die oberste Schicht der Wand an. Kommt roter Staub aus der Wand, dann handelt es sich um eine klassische Ziegelwand. Hier reicht ein Steinbohrer zum Bohren. Wenn weißer Staub aus der Wand kommt, dann ist es eine Kalksteinwand. Auch hier greifen Sie zum klassischen Steinbohrer. Ein Betonbohrer wird erst dann nötig, wenn grauer Staub aus dem Loch fällt. In diesem Fall handelt es sich bei der Wand um eine Wand aus Beton.

Wie großer der Bohrer sein muss, hängt vom jeweiligen Einsatz ab. Wenn Sie Dübel einsetzen möchten, sollte der Bohrer immer etwas länger sein, als der Dübel ist. Dadurch kann sichergestellt werden, dass der Dübel vollständig in der Wand verschwindet. Auch sollte das Bohrloch etwas größer als der Dübeldurchmesser sein. Doch achten Sie darauf, dass das Loch nicht zu groß ist.

Schritt 3 – Gefahrenquellen eliminieren

Beim Bohren kann es immer passieren, dass Gefahrenquellen entstehen. Diese sollten schon im Vorfeld eliminiert werden. Doch was zählt beim Bohren durch Stein oder Beton zu einer Gefahrenquelle.

Gefahrenquelle Hinweise
Stromleitung Der größte Schaden kann entstehen, wenn Sie durch eine Stromleitung bohren. In diesem Fall schweben Sie in Lebensgefahr. Schauen Sie sich also die Pläne Ihres Hauses im Vorfeld genau an und bohren Sie nur da, wo keine Stromleitungen vorhanden sind. Sind Sie sich nicht sicher, können Sie im Online Shop passendes Zubehör bestellen. So gibt es Messgeräte, die Ihnen anzeigen, wo sich Stromleitungen befinden.
Wasserleitungen Ein ähnliches Zubehör gibt es auch zum Auffinden von Wasserleitungen. Zwar können getroffene Wasserleitungen nicht lebensgefährlich verletzen, doch ist ein Wasserschaden oft so teuer, dass er gut und gerne vermieden werden kann.

Schritt 4 – die Durchführung

Wie bereits erwähnt, kann das Arbeiten mit Schlag für viele Handwerker und Heimwerker zum Problem werden. Der Schlag verhindert, dass Sie präzise arbeiten können. Aus diesem Grund ist es enorm wichtig, dass die ersten Schritte beim Bohren richtig umgesetzt wurden. Geht es dann um die Durchführung, sollten Sie folgende Dinge beachten.

Beim Bohren durch Beton sollte der Schlag jederzeit aktiv sein. Damit der Anfang gefunden werden kann, sollten Sie zunächst die Stelle mit einem Bleistift markieren. Im Anschluss stellen Sie sicher, dass Sie einen sicheren und stabilen Halt haben. Jetzt drücken Sie die Bohrmaschine mitsamt Bohrer an die markierte Stelle. Schalten Sie die Bohrmaschine ein und drücken Sie sich fest gegen die Wand. Der Bohrer und die Bohrmaschine dürfen nicht abrutschen, denn sonst würde das Loch ungleich werden.

Sollten Sie durch Stein bohren wollen, können die ersten Millimeter ohne Schlag gebohrt werden. Zwar würden Sie so niemals durch den Stein gelangen, doch können schon wenige Millimeter ausreichen, damit Sie eine Vertiefung für den Bohrer besitzen. Würden Sie schon zu Beginn mit Schlägen arbeiten, kann der Stein abplatzen. Das würde nicht nur das Ergebnis verfälschen, sondern kann auch zu Gefahrensituationen führen. Splitter könnten Ihr Auge treffen.

Haben Sie das Loch gebohrt, müssen Sie den Bohrer unter Drehung aus dem Loch ziehen. Eine Drehung ohne Schlag ist empfehlenswert. Würden Sie die Bohrmaschine einfach ausschalten, könnte sich der Bohrer im Inneren verkanten. Gerade wenn viele Staub- und Schuttreste im Loch vorhanden sind, ist die Gefahr des Verkantens sehr hoch. Durch das Drehen wird diese Wahrscheinlichkeit verringert.

Vor- und Nachteile von Stein- und Betonbohrern

  • ideal für harte Materialien
  • in verschiedenen Breiten verfügbar
  • vorrangig zum Bohren in Beton geeignet

Schritt 5 – das Loch reinigen

Ist der Bohrer korrekt und ohne Zwischenfälle aus dem Loch gedreht worden, sollten Sie einen Staubsauger holen. Entweder können Sie einen Industriesauger oder einen normalen Staubsauger nutzen. Saugen Sie das Loch vollständig aus, sodass Sie den Dübel einsetzen können, ohne dass sich dieser verkantet.

Tipp: Sie können eine zweite Person um Hilfe bitten, wenn Sie das Loch bohren. Der Staubsauger kann nicht nur nachträglich eingesetzt werden, sondern auch schon während des Bohrens zum Einsatz kommen. Legen Sie den Staubsauger unterhalb des Bohrloches an und schalten Sie ihn ein, wenn die Bohrmaschine mit der Bohrung beginnt. So können Sie entstehenden Schutt und entstehende Asche schon im Vorfeld entfernen, ohne dass Sie Ihren Fußboden verschmutzen.

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