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Das Bohr-Einmaleins für Unerfahrene

Stanley BohrmaschinenDerzeit verbringen wir weit mehr Zeit im eigenen Zuhause als gewohnt. Dass einem dabei die Decke auf den Kopf fliegt, liegt nicht unbedingt an Corona, sondern einfach daran, dass die Wohnung einen neuen Look vertragen könnte. Möbelrücken ist angesagt. Ein neues Regal wird aufgestellt und die Wände werden mit Bildern dekoriert. Bohren zählt dabei zu den häufigsten Arbeiten. Der fachgerechte Umgang mit der Bohrmaschine ist Voraussetzung für eine überzeugende Heimwerker-Leistung.

Das Bohrloch finden und fixieren

Das Bohr-Einmaleins für UnerfahreneDer Griff zum Bohrer muss noch etwas warten. Zunächst muss überprüft werden, ob das Bohrloch an die gewünschte Stelle gesetzt werden kann. Mit dem Ortungsgerät lässt sich testen, ob sich in der Wand Strom- oder Wasserleitungen befinden, welche den Plan durchkreuzen und vielleicht dazu zwingen, dass das Regal an einer anderen Position aufgestellt werden muss.

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Stromleitungen können horizontal wie vertikal verlaufen. Bohrlöcher sollten nicht in der Nähe von Steckdosen gesetzt werden. Knapp oberhalb des Fußbodens und knapp unterhalb der Zimmerdecke ist die Wahrscheinlichkeit ebenfalls groß, dass Leitungen in der Wand verlaufen. Das Gleiche gilt für

  • Fenster,
  • Türrahmen und
  • Zimmerecken.

Das Ortungsgerät arbeitet mit einer Digitalanzeige und wird an der gewünschten Stelle angesetzt. Mögliche Hindernisse werden auf dem Display angezeigt.

Tipp: Wer beim Bohren den Einsatz des Ortungsgerätes versäumt, riskiert Wasserschäden oder einen Kurzschluss in der Wohnung.

Gibt das digitale Ortungsgerät grünes Licht, ist von einem vorschnellen Einsatz des Bohrers weiterhin abzusehen. Schiefe Bohrlöcher sind vorprogrammiert, wenn das Bohrloch nicht genau angezeichnet wird. Die Stelle wird mit einem Bleistift markiert. Am besten setzen Sie ein kleines Kreuz. Glatte Untergründe sorgen häufig für das Abrutschen des Bohrers. Dies lässt sich verhindern, wenn das Bohrloch leicht angerissen wird oder Sie etwas Gewebeklebeband über die markierte Bohrstelle kleben.

Erfolgreich bohren – was wird gebraucht?

Ein schiefes oder zu großes Bohrloch kann schnell zum Ärgernis werden. Um ein perfektes Bohrergebnis zu erzielen, sollten die notwendigen Werkzeuge und Materialien bereitliegen.

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Werkzeuge Materialien
  • Ortungsgerät
  • Bohrmaschine
  • Bohrer
  • Staubsauger
  • Leiter
  • Dübel
  • Bleistift
  • Schrauben
  • Klebeband

Bohrmaschine ist nicht gleich Bohrmaschine

Nicht jede Bohrmaschine, die im Hobbykeller zu finden ist, wird sich für das gewünschte Bohrloch eignen. Generell stehen drei verschiedene Bohrtechniken zur Auswahl:

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  • Drehbohren
  • Schlagbohren
  • Hammerbohren

Bei Drehbohrern wird allein durch die Drehbewegung des Werkzeugs das gewünschte Loch erzeugt. Wer in eine Gipswand bohren möchte, braucht einen Bohrer, der sich dreht und zugleich schneidet. Der Schlagbohrer ist ein wahres Kraftpaket und erleichtert die Bohrung durch eine leichte Schlagbewegung. Der Hammerbohrer unterstützt die Bohrung durch starke Schläge.

Vor- und Nachteile von Schlagbohrmaschinen

Die Vorteile einer Schlagbohrmaschine:

  • vielseitig verwendbar
  • ermöglicht Bohrungen in Ziegel und Holz
  • preiswerter als ein Bohrhammer

Die Nachteile einer Schlagbohrmaschine:

  • Kraftaufwand notwendig
  • höhere Geräuschbelästigung als bei einem Drehbohrer

Abhängig vom Material eignen sich folgende Bohrer:

Material geeignete Bohrmaschine
  • Hohlblocksteine aus Leichtbeton
  • Vollsteine aus Leicht- oder Porenbeton
  • Holz
  • Drehbohrer
  • Gipskarton
  • Gipsfaser
  • schneidender Drehbohrer
  • Ziegel
  • Klinker
  • Schlagbohrer
  • Leichtbeton
  • Beton
  • Hammerbohrer

Sie wissen nicht, wie die Wand beschaffen ist? Dies lässt sich recht einfach durch die Klopfprobe herausfinden. Klopfen Sie gegen die Wand und es klingt hohl, handelt es sich vermutlich um leicht zu bohrenden Gipskarton. Klingt die Klopfprobe eher dumpf, muss in Beton oder Naturstein gebohrt werden.

Ob ein Steinbohrer, ein Holzbohrer oder Metallbohrer verwendet wird ist abhängig vom vorhandenen Material. Nun wird auch der entsprechende Dübel gebraucht.

  • Gipskarton = Federklappdübel
  • Lochstein = Porenbetondübel
  • Beton = Spreizdübel
  • übrige Materialien = Allzweckdübel

Die Größe des Bohrers muss an den Durchmesser des Dübels angepasst werden.

Tipp: Ist die Wand porös, ist der Bohrdurchmesser etwas kleiner zu wählen. Ansonsten riskiert man am Ende zu große Bohrlöcher.

Der passende Bohrer wird in das Bohrfutter gesteckt und mit der integrierten Schraubverbindung fixiert.

Die Bohrtiefe festlegen

Die Bohrlochtiefe bildet die Summe aus Länge und Durchmesser des Dübels. Um die gewünschte Bohrtiefe im Auge zu behalten, kann farbiges Klebeband helfen. Bei einigen Bohrmaschinen ist ein Tiefenanschlag vorhanden. Dieser kann entsprechend der gewünschten Tiefe des Bohrloches verstellt werden.

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Bohren – aber gerade

Der Umgang mit der Bohrmaschine erfordert etwas Übung. Schiefe Bohrlöcher sind ärgerlich. Dann muss meist erneut gebohrt werden und in der Wand bleibt ein hässlicher Schandfleck zurück. Um dies zu vermeiden, kann auf spezielle Bohrständer zurückgegriffen werden. Wer nur gelegentlich zum Bohrer greift, kann sich auch mit einem einfachen Trick behelfen. Hierfür wird eine alte CD gebraucht.

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Das Loch der CD wird auf das vorgezeichnete Bohrloch gelegt. Die Oberfläche der CD erscheint wie ein Spiegel und sobald der Bohrer schief angesetzt wird, lässt sich dies auf der CD-Oberfläche erkennen und die Bohrhaltung kann korrigiert werden, bevor ein schiefes Loch für Ärger sorgt.

Bohren – aber richtig

Nun ist es endlich so weit, der Bohrer wird in Betrieb genommen. Beim Ausführen der Bohrung ist ein fester Stand wichtig. Dieser lässt sich durch einen Ausfallschritt auf die zu bohrende Wand zu erreichen. Rechtshänder setzen das linke Bein vor und das rechte zurück. Linkshänder verfahren genau umgekehrt.

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Tipp: Wird zum Bohren eine Leiter benötigt, bitten Sie eine zweite Person, Hilfestellung zu geben.

Die Bohrmaschine wird fest umfasst und rechtwinklig zur Wand angesetzt. Bei der Bohrung kommt es zur Staubentwicklung. Damit sich der Staub nicht im gesamten Raum verteilt, ist es hilfreich, eine zweite Person zu bitten, das Rohr des Staubsaugers unter das Bohrloch zu halten und den Staub dadurch abzufangen.

Wer allein zu Werke geht, kann sich mit einem Briefumschlag oder einer Filtertüte behelfen, die mit doppelseitigem Klebeband an der Wand unter dem Bohrloch befestigt wird und als Staubfänger dient. Gebohrt wird gleichmäßig und ohne zu viel Druck auszuüben. Bei Wänden aus Beton, Ziegeln und Naturstein ist zunächst die Drehbohrfunktion zu verwenden und nach dem Vorbohren die Schlagbohrfunktion zu nutzen. Ist die gewünschte Tiefe des Bohrloches erreicht, wird die Maschine in laufendem Betrieb aus der Wand gezogen. Dadurch verklemmt sich der Bohrer nicht und das Bohrmehl verstopft nicht das fertige Loch.

Die besten Tipps für Bohrneulinge:

  • Der Bohrer wird immer waagerecht angesetzt.
  • Beginnen Sie mit Drehbohren und schalten das Schlagwerk erst später zu.
  • Auf Fliesen oder Beton kann der Bohrer abrutschen. Die Oberflächen sind aufzurauen.
  • Auf den Bohrer darf kein zu starker Druck ausgeübt werden.
  • Beim Bohren entsteht Staub, der sofort entfernt werden sollten.
  • Sorgen Sie beim Bohren für einen festen Stand und tragen eine Schutzbrille.

Bildnachweise: Adobe Stock / auremar, Amazon / Stanley

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